Tod nach Impfung: Behörde sieht bislang keinen Zusammenhang

Stand: 14.01.2021 18:13 Uhr

Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen (Hessen) untersucht nach eigenen Angaben deutschlandweit zehn Todesfälle, die in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung stehen.

Darunter ist auch der Tod einer 90-Jährigen aus Weyhe (Landkreis Diepholz), deren Alter von den Behörden zunächst fälschlich mit 89 angegeben wurde. Nach Angaben des Instituts gilt ein Zusammenhang zwischen Impfung und Tod bei den untersuchten Fällen als unwahrscheinlich. Die Betroffenen, die innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung verstorben waren, sollen zum Teil an schweren Grunderkrankungen gelitten haben. Manche seien palliativ behandelt worden. “Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind – in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung”, sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Weyhe: Seniorin stirbt eine Stunde nach der Impfung

Der Fall in Weyhe hat sich in einem Seniorenheim zugetragen. Ein mobiles Impfteam hatte der Frau das Serum am Mittwoch verabreicht. Etwa eine Stunde später war sie trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstorben, wie Landrat Cord Bockhop auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitgeteilt hatte. Die Frau galt laut Bockhop als allgemein fit, hatte nach dem Impfen noch mit Angehörigen telefoniert und sei unauffällig gewesen. Trotz des unklaren Todesfalls in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung zweifele er nicht an der Qualität des Stoffs und der mobilen Teams, betonte Landrat Bockhop. Die Maßnahmen würden wie geplant fortgesetzt.

Bislang haben in Deutschland mehr als 800.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten. Bis vergangenen Sonntag seien 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen beim Paul-Ehrlich-Institut eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegenden Nebenwirkungen. Die bei weitem häufigsten Nebenwirkungen, über die berichtet wurde, waren Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Künftig will die Behörde wöchentlich über gemeldete Nebenwirkungen berichten. Das Paul-Ehrlich-Institut ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es ist unter anderem für die Zulassung und Freigabe von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Bundesgesundheitsministerium.

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